Steuern bei Bitcoins und passivem Einkommen

(Last Updated On: 21. Juli 2017)

Ich bin kein Steuerberater, darf (und werde) hier daher keine Tipps in der Richtung geben. Aber ich halte hier mal fest, wie ich es bisher verstanden habe und wie ich meine Einnahmen und alles rund um Bitcoins und andere Kryptowährungen versteuere. Die Frage kam nämlich in letzter Zeit desöfteren.

Ich werde diesen Artikel noch weiter ausarbeiten und verbessern und werde versuchen euer Feedback und eure Fragen noch mit einzubauen. Und ich werde noch mal mit meinem Steuerberater R√ľcksprache halten, ob das soweit alles richtig ist.

Um welche Einkommensarten geht es:

  • Partner-Provision durch Affiliate-Marketing (bezahlt in Bitcoins)
  • Bitcoin-Mining (Cloud oder Selbst ist egal)
  • Ver√§u√üern von (verkaufen und/oder bezahlen mit) Kryptow√§hrung
  • Gewinn-Anteile durch Fremd-Trading (bezahlt in Bitcoins)

Provisionen

Unter’m Strich ist es recht einfach: F√ľr Partner-Provisionen und Bitcoin-Mining ben√∂tige ich ein Gewerbe. Also zahle ich auf diese Gewinne Gewerbe- und Einkommenssteuer und was damit sonst so alles anf√§llt. Daf√ľr ben√∂tige ich den ‚ā¨-Wert der Coins in dem Moment, in dem ich sie verdiene. Davon noch passende Ausgaben abgezogen, bleibt der zu versteuernde Gewinn √ľbrig.

Privates Veräußerungsgeschäft

In dem Moment, wo Kryptow√§hrung meinen¬†Besitz verl√§sst (egal ob durch Verkauf, Bezahlung oder Tausch), handelt es sich um ein privates Ver√§u√üerungsgesch√§ft bzw. Spekulationsgesch√§ft. Das l√§uft getrennt vom Gewerbe (da als Privatperson). Ist die ver√§u√üerte Kryptow√§hrung in dem Moment l√§nger als ein Jahr in meinem Besitz, muss ich nichts weiter machen und der Gewinn (oder Verlust) ist steuerfrei. Innerhalb von einem Jahr, muss ich auf den Gewinn Einkommenssteuer zahlen. Deshalb ben√∂tige ich die Information, WANN die Coins in meinen Besitz √ľbergegangen sind und welchen WERT sie in dem Moment hatten, um beim Ver√§u√üern auszurechnen wie ALT¬†die Coins sind und ob ich damit Gewinn oder Verlust gemacht habe.

Ich hab es bisher so verstanden, dass auch die Fremd-Trading-Gewinne nicht √ľber das Gewerbe laufen und somit zum Spekulationsgesch√§ft geh√∂ren. Da ich hier die Gewinne immer innerhalb von einem Jahr bekomme, f√§llt hier auf jeden Fall Einkommenssteuer an.

Ich hab dazu mal eine Infografik gebaut:

Ich bin offen f√ľr Tipps und Anregungen. Alles was in Richtung „Ich zahl keine Steuern!“ geht oder sich darum dreht Gewinne am Finanzamt vorbei zu schleusen werde ich weder¬†freigeben noch¬†drauf reagieren.

Hilfsmittel

Das wahrscheinlich nervigste ist, jeden Transfer zu protokollieren und den EUR-Wert zu diesem Zeitpunkt zu wissen. Im nachhinein ein mega Aufwand. Alles schon gehabt. Deswegen: Vorbeugen! Wenn ich Bitcoins empfange oder versende möchte ich irgendwo abrufbar haben, was der Wert zu diesem Zeitpunkt war. Deswegen bieten sich gewisse Drittanbieter an.

Bitcoincharts

Als ich es im Nachhinein machen musste, hab ich mir die EUR-Kurse von dieser Seite geholt:

https://bitcoincharts.com/charts/btcdeEUR#igDailyztgSzm1g10zm2g25zv

Dort auf „Load Raw Data“ gehen und dann per Copy&Paste ein eine Excel-Liste kopieren.

Coinbase

Ich nutze Coinbase aktuell als prim√§res Wallet, weil ich dort immer eine E-Mail bekomme, in der der EUR-Wert steht. Ich hab mir eine Aktion gebaut: Solche E-Mails werden automatisch in ein PDF konvertiert und landen in meiner Dropbox. Das ist dann quasi mein Beleg f√ľr das Finanzamt:

Meine Coinbase-Anleitung: getgolden.de/bitcoin-einfach-kaufen/#Anleitung_fuer_Coinbase

Blockchain.info

Hier hatte ich damals als erstes ein Wallet. Das Problem war damals noch, dass zwar der Wert angezeigt wurde. Aber nur zum aktuellen Kurs. Nicht zu dem Kurs, als man die Coins erhalten hat. Und dann waren es nur USD, kein EUR. DAS IST HEUTE ANDERS und ich werde mal gucken, ob ich evtl. von Coinbase zu diesem Anbieter wechseln werde. Denn hier sehen wir sehr schön alle einzelnen Positionen mit dem EUR-Wert zum Zeitpunkt des Empfangs:

Excel

Nat√ľrlich muss man dann alle einzelnen Positionen irgendwo festhalten. Das macht man am Besten in Excel. Ich hab mir daf√ľr eine recht komplexe Liste erstellt, die zwar noch nicht perfekt ist aber nah ran kommt ;) Ich muss noch etwas dran feilen, dann werde ich sie hier gerne zur Verf√ľgung stellen.

Beispiel: V-TEC

In den Kommentaren wurde danach gefragt, wie es konkret bei dem V-TEC-BOT aussieht. Dort investiert man in Bitcoins und erh√§lt ca. 3% seiner Investition √ľber einen Zeitraum von 45 Tagen zur√ľck. Das sind Gewinne, die das Unternehmen durch Trading macht. Es besteht die M√∂glichkeit diese Gewinne t√§glich zu re-investieren.

Weil es so lang ist, mach ich es zum Aufklappen:

Hier klicken um das Fall-Beispiel zu öffnen.

 

Passend dazu noch ein Video:

Was sieht der Staat und das Finanzamt?

Erstens ist das Ausschn√ľffeln unserer privaten Konten keine Ausnahme mehr, sondern eher die Regel geworden. Ein „Bankgeheimnis“ gibt es nicht mehr. Mit der Argumentation, gegen den Terror vorzugehen, wurde diese staatliche Einsichtnahme 2005 legalisiert und seit dem flei√üig genutzt. Jeden Cent der auf einem unserer Konten landet, sollten wir also gut erkl√§ren k√∂nnen und uns dar√ľber im Klaren sein, ob wir diesen versteuern m√ľssen oder nicht. Passend dazu dieser Artikel:¬†www.heise.de/tp/features/Bankgeheimnis-komplett-gestrichen-3757315.html

Immerhin: „Eine M√∂glichkeit, der staatlichen Kontrolle des Geldverkehrs zu entkommen, sind Kryptow√§hrungen – zumindest so lange, wie man sie nicht in andere W√§hrungen umtauschen muss.“

Da kommen wir aber direkt zu „Zweitens„: Bitcoins sind nicht anonym. Jeder Transfer kann in der Blockchain nachvollzogen werden. Dort stehen zwar keine Klarnamen. Aber es ist wie mit IP-Adressen: Wenn man m√∂chte, findet man den Namen heraus. Es sei denn, wir geben uns viel M√ľhe damit, diesen zu verschleiern. Aber sobald wir uns mit unserem Namen bei einem Marktplatz anmelden um Bitcoins zu tauschen/kaufen, ist da bereits die erste Verbindung. Sp√§testens nat√ľrlich, wenn wir Bitcoins verkaufen und daf√ľr Euro auf unserem Konto landen. Der Staat arbeitet bereits an Software, die die Blockchain durchsucht und Geld-Transfer und Wallets echten Personen zuordnet. Ja, es gibt trotzdem noch genug M√∂glichkeiten Bitcoin anonym zu nutzen. Vor allem, wenn man diese NICHT in Euro umwandelt. Dennoch gibt es mittlerweile alternative Kryptow√§hrungen, die bereits vom Grundger√ľst her anonym sind. So denke ich, dass es nicht unbedingt der Bitcoin sein wird, der langfristig die Nummer Eins auf dem Kryptow√§hrungsmarkt sein wird.

Ankn√ľpfend an den Ersten Punkt, haben wir noch „Drittens„: Wer meint, dass ausl√§ndische Konten eine L√∂sung sein k√∂nnten, ist auf dem Holzweg. „Alle“ L√§nder funken ihre Bank-Informationen hin und her (HIER gibt es eine Liste). Name und Kontostand. Dem AIA-Verfahren (Automatischer Informationsaustausch) bzw. dem CRS (Common Reporting Standard) schlie√üen sich immer mehr L√§nder an.¬†Diese Vereinbarung verpflichtet Banken und andere Finanzinstitute, Informationen √ľber Zinsen, Dividenden, Guthaben auf Konten oder Erl√∂se aus dem Verkauf von Finanzverm√∂gen einer Beh√∂rde im eigenen Land zu melden. Bis Ende September 2017 erfolgt der erste automatische Informationsaustausch zwischen den Finanzinstituten mit dem Bundeszentralamt f√ľr Steuern (BZSt). Aufkl√§rung gibt’s hier:¬†www.lhp-rechtsanwaelte.de/steuerstrafrecht/internationaler-informationsaustausch/aia/¬†und hier:¬†www.asset-protection-management.com/informationsaustausch-oecd-common-reporting-standard-crs/

Ja, wir sind gläsern.